Simones Wolllust

Gegen miese Stimmung

die sich aus einem netten Konglomerat aus Förderalismusfrust (jedem Fürst sein eigenes Bildungssystem und alle vier Jahre so einzweihundert neue Ideen), der Erkenntnis, dass der Begriff eigenverantwortliche Schule sehr vielseitig interpretierbar ist und akuter Dünnhäutigkeit zusammen setzt, hilft nur zu überlegen, was man auf die Gegenseite der Waage zugunsten des heutigen Tages schmeißen könnte.

Danke 6a! Wir haben uns heute damit beschäftigt, wieviele Wege nach Rom führen wie man sich Bildern annähern könnte- unter anderem war ein Versuch, eine Geräuschkulisse zum Bild zu erstellen.

"Blau II" war der Name eines Bildes, was sich eine Drei-Mädchen-Gruppe auswählte. Genau, es klingt abstrakt und ist es auch. Auf einem mittelblauen Untergrund gibt es auf der linken Seite des Bildes eine etwas geschwungene rote Linie, die ungefähr Dreiviertel der Bildhöhe ausmacht. Rechts davon zwölf unterschiedlich große Punkte. Nicht das, was Schüler üblicherweise zu ihren Lieblingsbildern erklären.

Zuerst wurde der Rest der Klasse dazu angehalten einen leisen (also nicht den üblichen 6a typischen) Rhythmus mit den Füßen zu trampeln; gleichzeitig gab es einen einzelnen langgezogenen und gleichzeitig an die Tafel gezeichneten Ton um danach von zwölf unterschiedlich lauten und langen Beatbox-geräuschen (keine Ahnung, wie man das so nennt) abgelöst zu werden.

Irgendwie schon ziemlich genial. Warum hab ich das nicht schon viel früher ausprobiert?

 

(OK, es mag mit dem Trauma meiner allerersten Kunststunde- noch während des Studiums zusammenzuhängen, in der ich Geräusche in Symbole umsetzen lassen wollte, das Glas vor Aufregung zerschlug, der begleitende Lehrer über die Schnur des Kassettenrecorders stolperte und ich mit einer weit ausholenden Bewegung zwei! Wassergefäße umstieß, die sich natürlich über die Bilder von Schülern ergossen.)

 

Mission erfüllt, Tag gerettet. Ich geh Schnecke stricken und   sie ist schuld, jawollja.

Werbung


Vom Umgang mit Mistwetter

Ich will Frühling! Das heißt für mich angenehme konstante!!! Temperaturen und sattes Grün, hie und da Blüten.

Das hatte ich bestellt und brav meinen Teller leer geräumt.

BAH!

Ich habe eine Strategie.

1. Plakatives Jammern geht immer, so in etwa:

Wenn das erledigt ist, folgt Akt zwei: FARBE- gerne mal so:

Sollte sich daraufhin immernoch keine Besserung zeigen- motivierende Kleidung tragen:

Teil eines selbst aufgepimpten Shirts (Schrift aufgebügelt von www.farbenmix.de) und Pilz selbstgepfriemelt.

 

Ein schönes Umfeld spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Aus diesem Grund ist Malwine gestern auf die Loggia gezogen und wird mich hoffentlich länger beglücken.

Kapmalve in ungefähr dreiviertel Hansen-Höhe.

Und wenn nix hilft:

Weg damit! (Falls sich jemand über die Mutation meiner Wurstfinger wundern sollte- es ist Herr Hansen am vergangenen, verregneten Wochenende in Gera.

Was ist Kunst?

Dieser Frage wollen zwei zehnte Klassen und ich ab nächster Woche nachgehen.

Immer wieder gibt es die Fragen danach im Unterricht. Da ja nicht alle nach der zehnten Klasse bei mir bleiben *schluchz* fand ich, dass die Beschäftigung mit dieser immer wieder aufgeschobenen- Frage ( i c h weiß auch warum) einen würdiger Abschluss für unsere gemeinsame Zeit ist.

Dabei ist eine zu lösende Aufgabe für meine Lieblingsschüler zehn Leute unterschiedlichen Alters darüber zu befragen, was Kunst ist.

Wie definiert man Kunst? Macht man es am Geschäftswert eines Kunstwerks fest, wie toll es ist (sein müsste)? Da weigere zumindest ich mich. Die technischen/handwerklichen Aspekte alleine sind es nicht; die können, müssen aber nicht, meine Seele berühren.

Was mich berührt/verstört/in Wallung bringt, lässt andere kalt. Prinzipiell kein Problem. Jeder nach seiner Fasson. Wo aber sind die Grenzen? (= Was darf Kunst?) Ich beispielsweise habe ein echtes Problem mit Lebensmitteln in der Kunst, bzw. dem, was so daraus wird (ich habe im Fachblatt gerade von einem Hackfleischtorso gelesen).

Gibt es Kriterien nach denen ihr Kunst bewertet? Oder gar eine Antwort auf die Frage?

 

Ich würde mich sehr über Meinungen freuen.

Erkenntnisse des Tages

Der Mann ist in Israel (Haifa, 197-Zimmer-Hotel) und obwohl wir heute bereits zweimal telefoniert haben, besteht noch Kommunikationsbedürfnis.

In Israel sind übrigens momentan 30 Grad; der zweite Anruf kam dann auch vom Strand. Ich gönn es ihm, er musste davor mit genau zwei Stunden Schlaf auskommen.

Heute war ich zur Rückengymnastik und habe einige für Außenstehende vermutlich lächerlich anmutende Übungen bei einer ehemaligen Schülerin absolviert. Glücklicherweise hatte sie keine Rachegelüste... Meine Koordinationsfähigkeit ist naja - sagen wir- bescheiden. Trotzdem hab ich gleichmal vier Sitzungen bezahlt, damit der Schweinehund und ich hingehen und  die Grundposition: Fersen in die Matte bohren, Rücken flach auf den Boden drücken, Bauchdecke anspannen und dann linken Arm und rechtes Bein knapp über dem Boden schweben lassen. Wer mich persönlich kennt, weiß, wie das aussieht *Kicher*

Ich habe auch Hausaufgaben bekommen.*Seufz*

Vorhin habe ich eine Mail bekommen, auf die ich schon gespannt gewartet hatte. Nach einem ersten Versuch vor zwei Jahren, habe ich es wieder getan. Für das Zusammenstellen der Aufgaben für (das Unwort meines Jahres) benötige ich viel Bildmaterial. Dafür hatte ich schonmal Frank Kunert www.frank-kunert.de mit der Bitte, einige seiner Fotografien verwenden zu dürfen und eine wirklich nette Nachricht bekommen.

Heute aus anderer Richtung (Schmuck) eine ebenso nette Nachricht, dass sie sich geehrt fühlt. Hachja.

Mehr kann ich darüber noch nicht schreiben, mündliche Prüfung ist ja noch.

Wir haben im Grundkurs im Bereich Design mit Baumarktmaterialien für Schmuck gearbeitet. Ich frag mal die Schüler, ob ich es zeigen darf. Manchmal bin ich furchtbar stolz darauf, was sie so können.

Home, sweet home

 

 

Version2.0 (wegen eigener Dämlichkeit)

Im vergangenen Jahr bekam ich einen Außensitz (Loggia) in der Kleinstadtniederlassung, dessen Entstehen mit einigen nervigen Begleiterscheinungen- besonders in Erinnerung geblieben sindmir: haarige muskulöse  Bauarbeiterbeine auf Augenhöhe kurz nach dem Aufwachen und auf nüchternen Magen und die Aktion- wir sägen jetzt mal Wand aus dem Wohnzimmer, setzen ein anderes Fenster ein und eine neue Heizung kommt auch noch, einher ging.

Nun hat so ein Außensitz aber auch große Vorteile: man kann noch mehr Kram verteilen, schnell lüften und geschickt sämtliche Pflanzen loswerden (wenn man glaubt, sie könnten dort überwintern)

Nein, es ist schon seeehr nett und mittlerweile vielfach als Näh- und Bastelort erprobt. Nur mit dem Sitzen war das so eine Sache- ich habe Stühle (von Omma- mit Husse drüber und vom Sperrmüll mit Wachs und neuem Stöffchen drüber), aber bequem ist anders. Besonders an den Tagen, an denen ich "Rücken" habe (es werden zunehmend mehr), fällt es mir auf. Nach kurzer Rücksprache mit Herrn H. Bestellfinger gezückt und Schiffssessel bestellt. Die Auflage dazu sollte 20 Euro mehr als der Sessel kosten, also habe ich zuerst überlegt, ob ich sie selbermache, aber die Materialkosten wären zu hoch gewesen, also zwischen den Büchern auf der Lieblingsseite gesucht und fündig geworden.

Der nette Postbote, der weiß, dass ich meinen Drittwohnsitz in der Schule habe, hat das Paket im Sekretariat abgegeben (an dieser Stelle für die Frankfurter Postboten- mir würde es schon reichen, wenn ihr euch dazu überwinden könntet, einen Paketzettel zu schreiben- es macht auf die Leute hinter mir in der Schlange einen befremdlichen Eindruck, wenn ich auf der Post frage, ob eventuell ein Paket  für mich da wäre...)

Das Darunter zur Auflage war zwei Tage später da, ein Griff zum Kreuzschlitz und sechs Schrauben später:

Schade nur, dass Herr H. heute in Ö. zu einer Hochzeit seines ehemaligen Kollegen weilt, danach dienstlich in Israel unterwegs ist und wiederum im Anschluss zum Schützenzugausflug nach Prag reist (warum man zum Biertrinken so weit weg muss, erschließt sich mir nicht, aber ich glaube an das Gute im Schützen und werde fernmündlich noch einige kunstgeschichtliche Höhepunkte durchgeben), muss ich ganz alleine und ständig dort sitzen.

Um auf was Nettes zu schauen und mich langsam zum regelmäßigem Gießen zu erziehen, habe ich mir ein paar Pflänzchen aufs Fensterbrett gestellt, vielleicht wage ich es auch, den Balkonkasten zu bepflanzen. Die Entscheidung für drei Pflanzen fällt mir allerdings etwas schwer- wir haben volle Nachmittagssonnendröhnung und die zeitweise Abwesenheit bei Frankfurtwochenenden zu bedenken. Ratschläge sind herzlich willkommen!

von links nach rechts: Lavendel, Bohnenkraut, Geranie, Verbene (?)

Außerdem spiele ich mit dem Gedanken an eine Kapmalve, mit der wir im vergangenen Jahr im Hinterhofmauergärtchen in Frankfurt sehr gute Erfahrungen gemacht haben- ständig geblüht und von vielen kleinen Hummeln umjubelt umsummt; der hiesige Gartenfachbetrieb kriegt es aber nicht so richtig auf die Reihe...

Nachdem ich am Dienstag irgendwann im Nachmittagsunterricht vollkommen verkrampfte Rückenmuskeln hatte, habe ich zuerst versucht das zu ignorieren, danach im Vertrauen darauf, dass Wärme hilft gebadet, zwischen Liegen und Laufen gewechselt. Am Mittwoch dreimal die Pritsche im Krankenzimmer der Schule belagert, während der Dienstberatung sämtliche Haltungen, die auf diesen Stühlen (Holz, hart, unbequem) möglich sind, getestet.

In der größten Verzweiflung hab ich sogar eine Schmerztablette genommen, was ich sonst vermeide, weil mir meine tägliche Tablettenration auch so reicht. Zum Arzt wollte ich nicht; das gäbe Spritzen und sonst nix, aber damit ist mir nicht geholfen. Also auf zur Physiotherapie- ab Montag werde ich berückengymnastikt und ich bin wild entschlossen, vor allem, weil man im Liegen so blöd stricken kann...

Welch galanter Übergang!

Neben dem Studium von "Stilvoll stricken" und beim Hören von "Die Bruderschaft Christ" ist SIE entstanden nach einem Rezept von hier  http://www.ravelry.com/patterns/library/marisol-the-knitted-mouse

Sie:

Man beachte den Wimpernaufschlag!

Gestrickt hab ich sie mit Joruns Botany, das ich für Fair Isle eingelagert habe, die pinken Anteile sind eine Opal-Sockenwolle. Ich überdenke die Entstehung einer Mäusefamilie- zumal sie als Zugabe zu Geldmäusen vielleicht demnächst das Haus verlässt. Eventuell kann ich mich aber auch nicht trennen...

Ansonsten ist strickig nicht sooo viel los wegen Rücken und teilweise Uninspiriertheit, die aber vermutlich nach der mündlichen Abiprüfung (ich nominiere das zum Unwort meines Jahres) verschwinden wird.

Außerdem war ich vergangene Woche zu einer interessanten Weiterbildung bei EuLe www.eule-thueringen.de

Ab und zu ist es Zeit über den Tellerrand zu gucken, die Akkus aufzuladen und zu lernen.

Damit ich nur ja nicht aus der Übung komme, ging es nach der Fachtagung weiter mit Kunstweiterbildung; die sind immer! fantastisch, weil sehr entspannt mit Kaffee und Kuchen, den die gastgebende Schule Lehrer, in diesem Falle wir spendieren. Thema dieses Mal "Haus und Garten" - der Garten als architektonische "Verlängerung" des Hauses- sehr spannend und überraschend, was da so alles möglich ist. Ich hab ja in Frankfurt _das_ Gartenbild vor der Haustür im Städel, das "Paradiesgärtlein".

Darauf sind auch einige Vögel. Nach dieser zugegebenermaßen etwas plumpen Überleitung nun zum Ende der Plauderei. Heute morgen gesehen und zwar hier http://miezhaus.blog.de/2010/04/15/basteltanten-8377979/comment_ID/12961015/comment_level/1/#c12961015 gekramt, Zubehör gefunden und los

 

von fern

und näher

Vermutlich werde ich bei Nummer 2 den Vogel etwas vergrößern.